24.10.2017

Wieder aktiv nach Schlaganfall

Mit innovativen Hilfsmitteln zu neuer Mobilität

Dirk Mertens erlitt vor zwei Jahren einen schweren Schlaganfall mit nur geringer Überlebenschance. Seine positive Einstellung und seine Willensstärke sowie die Unterstützung von Ärzten, Orthopäden und Familie halfen ihm, mit den Folgen des Schlaganfalls umzugehen. „Am Anfang konnte ich mich gar nicht bewegen, lag nur bewegungslos im Bett. Stück für Stück habe ich mich dann ins Leben zurück gekämpft“, erzählt der 45-jährige Kölner. „Bald konnte ich mich mit dem Rollstuhl fortbewegen, aber scheinbar einfache Dinge – Treppen steigen, mit meinem Hund rausgehen – stellten mich vor große Herausforderungen.“

Patienten wie Dirk Mertens profitieren von den neuesten technischen Entwicklungen in dem Feld der Neuroorthopädie. Muskelschwäche, Fehlhaltungen oder Bewegungsstörungen aufgrund neurologischer Erkrankungen können mit Hilfsmitteln häufig ausgeglichen werden. Dirk Mertens trägt das neue „L300 Go System“ von Ottobock, das die Nerven auf der Hautoberfläche elektrisch stimuliert. Dadurch werden die Muskeln zum Anheben des Fußes aktiviert – und der Patient kann schneller und fließender gehen, so dass er auch weitere Wegstrecken schafft. „Für mich war das genau das Richtige“, sagt Dirk Mertens. „Ich habe neue Freiheit gewonnen und kann wieder mit meinem Hund spazieren gehen und sogar wandern.“

„Solche Hilfsmittel unterstützen den Patienten, den Alltag aktiv und selbstständig zu meistern und weiter Geschicklichkeit und Muskulatur zu trainieren“, sagt Dr. Thorsten Böing, wissenschaftlicher Leiter der Neurorehabilitation von Ottobock. „Es ist wichtig, dass der Patient mit dem individuell passenden Produkt versorgt wird, seien es Orthesen, Produkte mit funktioneller Elektrostimulation oder ein Rollstuhl.“

Knapp 270.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich einen Schlaganfall. Etwa zwei Drittel der überlebenden Patienten haben körperliche Einschränkungen und sind auf fremde Hilfe angewiesen. Inzwischen leiden fast 1,3 Millionen Bundesbürger an den Folgen dieser Erkrankung.

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Merle Florstedt
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