Leben mit Vorfußamputation

Vorfußamputation – Was nun?

Wer sich mit der Vorfußamputation auseinandersetzen muss, steht oft erst einmal hilflos vor diesem ernsten Thema und sucht sachliche Informationen. Bei dem Betroffenen kommen viele Fragen zur Amputation und dem Leben danach auf.

Sie sind nicht hilflos, wenn Ihnen ein Teil des Fußes amputiert werden muss. Bitte verdeutlichen Sie sich, dass Ihr Leben nach einer Teilfußamputation lebenswert bleibt. Als Betroffener können Sie selbst viel tun, um seelisch und körperlich wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Eine Möglichkeit der langfristigen prothetischen Versorgung ist die Vorfußprothese.

Wir zeigen Ihnen, welche Funktionen die Vorfußprothese hat, für wen sie geeignet ist, wie man sie bekommen kann und Sie erhalten Tipps zum Alltag mit der Prothese.


Wieso müssen Teile meines Fußes amputiert werden?

Eine Amputation wird nur durchgeführt, wenn sie die einzige Chance ist, Ihre Gesundheit nachhaltig zu erhalten. Oft wird eine Amputation notwendig, wenn die Durchblutung des betroffenen Fußbereiches nicht mehr ausreicht, um die Gewebezellen ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen wie beim diabetischen Fußsyndrom. Eine andere Ursache für Amputationen sind Unfälle, bei denen eine Wiederherstellung des Fußes nicht möglich ist. So komisch es klingen mag: Oft sind Vorfußamputationen in diesen Fällen die einzige Chance, überhaupt wieder zu gehen.


Die häufigsten Ursachen

Als Betroffener sind Sie nicht alleine: In Deutschland werden jedes Jahr 30.000 bis 40.000 Amputationen vorgenommen, die meisten am Fuß. Die häufigsten Ursachen für Amputationen am Fuß sind Diabetes, genauer das diabetische Fußsyndrom und schwere Unfälle, zum Beispiel im Beruf oder Verkehr. Aber auch die so genannten „arteriellen Verschlusskrankheiten“, besser bekannt als „Raucherbein“, spielen noch eine erhebliche Rolle.

Die Zahlen und Ursachen der arteriellen Verschlusskrankheiten sind seit Jahren gleich hoch. Der Grund: Je mehr Menschen ein hohes Alter erreichen, desto mehr bekommen auch Diabetes mellitus. Weil aber auch die Versorgung immer besser wird, steigen die Amputationszahlen nicht an. Weit mehr als 20.000 Amputationen in Deutschland gehen jährlich auf das diabetische Fußsyndrom zurück.


Amputation beim diabetischen Fußsyndrom

Das diabetische Fußsyndrom ist die häufigste Ursache für Amputationen am Fuß. Diabetes mellitus verursacht gleich mehrere Störungen, die sich gegenseitig verstärken:

  • Verminderte Schweißproduktion verursacht trockene und rissige Füße
  • Zuckerablagerungen in den Nerven führt dazu, dass die Erkrankten Ihre Risse und Wunden nicht mehr spüren
  • Wundheilung ist bei Diabetes mellitus sehr viel schlechter
  • Bei erneuter Belastung der wunden Stellen vergrößern sich die Wunden, das Gewebe entzündet sich und stirbt ab
  • Weiter besteht das Risiko, dass sich der Fuß entzündet, weil aufgrund der Diabetes die Durchblutung gestört ist und Zellen absterben

Amputation bei Durchblutungsstörungen

Rauchern oder Menschen mit anderen Stoffwechselerkrankungen kann es ähnlich ergehen wie Diabetes mellitus-Betroffenen. Bei einer Durchblutungsstörung wird das Bein nicht mehr richtig mit Sauerstoff versorgt. Als Betroffener spüren Sie Schmerzen und das Gehen tut weh.

Für alle gilt: Eine Amputation im Fuß-Bereich erfolgt nur, wenn einzelne Areale nicht mehr zu retten sind und abgenommen werden müssen, um den Rest des Fußes oder Beines zu erhalten. Dann gibt es auch die Chance, den Fuß wieder zu belasten. Manchmal kann man mit rechtzeitigen Maßnahmen eine Amputation vermeiden.


Amputation beim diabetischen Fußsyndrom vermeiden

Das diabetische Fußsyndrom muss nicht zwangsläufig zur Amputation führen. Je früher es erkannt wird, desto eher lässt sie sich vermeiden oder zumindest verzögern. Das setzt nur eines voraus: Sie müssen die Gefahr ernst nehmen und diszipliniert damit umgehen.

  • Achten Sie gut auf Ihre Füße
  • Prüfen Sie mindestens einmal monatlich das Empfinden in Ihrer Fußsohle und untersuchen Sie den ganzen Fuß mit einem Spiegel auf Verletzungen.
  • Gehen Sie regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen und bitten Sie Ihren Arzt, sich die Füße sehr genau anzuschauen. (Nicht alle Hausärzte kennen die Gefahr).
  • Kaufen Sie richtiges Schuhwerk (nicht eng, Platz für die Zehen, keine „Gesundheitsschuhe“), und benutzen Sie gegebenenfalls spezielle orthopädische Einlagen für Diabetiker.
  • Gehen Sie zur Fußpflege (auch wenn es die Kasse nicht bezahlt) und lassen Sie sich zeigen, wie Sie Ihre Füße selber pflegen können.
  • Pflegen Sie trockene Haut mit Fett- oder Harnstoffcremes.
  • Gehen Sie schon bei den kleinsten Anzeichen von Rissen oder Wunden zum Spezialisten – am besten in eine diabetische Fußambulanz. Warten Sie nicht bis der Zeh schwarz ist oder es aus Ihrem Schuh riecht. Erste Anzeichen sind: trockene Haut, Risse, weniger Gespür im Fuß, Wadenkrämpfe, Pilzinfektionen, Schwielen und warme Füße.
  • Wenn das diabetische Fußsyndrom bei Ihnen schon diagnostiziert wurde, schauen Sie sich Ihre Füße täglich an.
  • Wenn Sie ein diabetisches Fußsyndrom haben, fragen Sie Experten nach speziellen Schuhzurichtungen, Schutzschuhen, Maßschuhen oder Orthesen, um den Fuß zu entlasten.
  • Lassen Sie Wunden nur vom Spezialisten für Diabetes oder Wundheilung behandeln.

* (Arbeitskreis zur Erarbeitung von diagnostischen und therapeutischen Empfehlungen beim diabetischen Fußsyndrom für die Praxis des Allgemein-mediziners: Manual diabetischer Fuß; Emsdetten 2001, Vorwort Prof. Dr. med. Maximilian Spraul, S.3)


Wie läuft die Vorfußamputation ab?

Die Zusammenarbeit von Chirurgen, Internisten, Chiropraktikern, Physiotherapeuten und Orthopädietechnikern bildet das Fundament einer erfolgreichen Vorfußamputation. Denn am wichtigsten für Ihr späteres Leben ist es, dass Sie dem Fuß wieder so normal wie möglich stehen und gehen zu können.

Amputationen werden heute nach der Devise vorgenommen „so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich“. Der Chirurg entfernt unter Vollnarkose nur so viel wie unbedingt notwendig, damit Sie anschließend möglichst mobil bleiben. Der Arzt schneidet die Haut auf, entfernt das kranke Gewebe und die Knochen, bildet den Stumpf und verschließt die Wunde. Je mehr gesundes Gewebe erhalten bleibt, desto besser.

Der Chirurg sieht Sie im Regelfall erst in der Besprechung vor der Operation, um Ihnen den Ablauf der Vorfußamputation zu erklären. Der Chirurg kennt Ihre Geschichte daher nur in verkürzter Form und kann auch nicht immer beeinflussen, was nachher auf Sie zukommt. In der Zeit nach der Vorfußamputation werden Sie von Ihrem Haus- oder Facharzt betreut. Nach einiger Zeit wird dann ein Orthopädietechniker mit einbezogen, der später Ihre Hilfsmittel herstellt. In Zusammenarbeit können Sie deshalb gemeinsam am besten entscheiden, welche Amputationshöhe in Ihrem Fall die richtige ist. Die Art der Amputation hat massiven Einfluss darauf, was und wie viel Sie nach dem Eingriff mit Ihrem Fuß machen können. Die wichtigste Aufgabe des Chirurgen ist, die Amputation so durchzuführen, dass Sie im Anschluss wieder möglichst viel unternehmen können.

Die Kunst besteht heute nicht mehr in der Frage, wie, sondern wo genau der Chirurg ansetzt – und wie er den Stumpf formt. Dieser Punkt ist sehr wichtig, weil der Stumpf anschließend belastbar sein muss und nicht wund scheuern darf. Dazu „polstert“ der Chirurg den Knochen mit Muskulatur und lässt genügend Haut, um die Wunde ohne Spannung vernähen zu können. Die Narbe wird dabei möglichst auf dem Fußrücken liegen, damit sie nicht belastet wird und nicht aufreiben kann.


Welche Amputationshöhen gibt es?

Im günstigsten Fall genügt es, einen Zeh zu amputieren. In allen Fällen versucht der Chirurg, den Mittelfußknochen vollständig zu erhalten. Kann das Köpfchen des Zehengelenks aber nicht erhalten werden, muss er auch den zum Zeh gehörenden Mittelfußknochen – zumindest teilweise – entfernen. Mediziner sprechen dann von einem „Strahl“. Der Verlust eines Strahles hat bereits große Auswirkungen auf die Steh- und Gehfähigkeit. Dies führt ohne Prothese zu Fehlhaltungen.

Ist bereits der gesamte Mittelfußbereich betroffen, wird der Chirurg alle Mittelfußknochen entfernen müssen. Um eine unterschiedliche Knochenlänge zu vermeiden, schafft er eine abgerundete Stumpfkappe. Sie erleichtert es später, eine maßgenaue Vorfußprothese anzubringen.

Auch wenn die vorderen Fußwurzelknochen, oder gar die gesamte Fußwurzel betroffen sind, sollte der Chirug eine abgerundete Kappe erschaffen, um die Versorgung mit einer Prothese zu erleichtern.

In all diesen Fällen bleibt der Knöchel erhalten. Mit einer maßgefertigten Vorfußprothese kann der Fuß in der Regel wieder belastet werden. Sie können stehen und gehen. Wird auch der Knöchel amputiert, das Knie aber nicht, spricht man von einer Unterschenkelamputation. Ist auch das Knie noch betroffen, handelt es sich um eine Oberschenkelamputation.

Auf welcher Höhe amputiert wird, entscheiden in der Regel Orthopäden und der operierende Chirurg. Im Hinblick auf die langfristige Versorgung ist es allerdings sinnvoll, den Orthopädietechniker schon im Vorfeld der Amputation einzubeziehen.


Welche Folgen hat die Vorfußamputation für mich?

Seien wir ehrlich: Es wird Ihnen nach der Amputation nicht gut gehen. Sie haben einen Verlust zu beklagen, möglicherweise ist Ihr Selbstbewusstsein angegriffen. Sie müssen lernen, mit einem neuen Körpergefühl umzugehen.

Nach der Vorfußamputation haben Sie eine andere Standfläche. Ihnen fehlt ein Teil des Hebels, den Sie zum Gehen brauchen. Gehen und Stehen fallen Ihnen erst einmal schwerer. Sie werden mit dem amputierten Stumpf aus Vorsicht weniger fest auftreten. Es ist zu erwarten, dass Sie zu Fehlhaltungen neigen, um dies auszugleichen. Umso wichtiger ist es, sich schon früh über Hilfsmittel zu informieren. Diese Hilfsmittel unterstützen Sie, damit Sie wieder Ihre gewohnten Bewegungsabläufe ausführen können.

Vielleicht schämen Sie sich sogar und eventuell fällt es Ihnen schwer, sich mit dem amputierten Fuß in der Öffentlichkeit zu zeigen. Prothesen können Ihnen helfen, sich in Ihrer neuen Situation schneller zurecht zu finden. Eine Vorfußprothese bietet Ihnen freie Beweglichkeit in Ihrem Sprunggelenk. Diese Freiheit ermöglicht es Ihnen, dass Ihre Bewegungen nahezu natürlich aussehen werden.

Vielleicht wird Ihre größte Aufgabe sein sich unter Menschen zu trauen, Ihr neues Körpergefühl zu entwickeln. Sie hätten übrigens allen Grund selbstbewusst aufzutreten. Wer kann schon von sich behaupten, das durchgemacht zu haben, was Sie durchgestanden haben?


Was passiert in den ersten Wochen nach der Amputation?

Schon unmittelbar nach der Vorfußamputation beginnt der Weg zurück ins Leben. Damit Sie bald wieder gehen, Fahrrad oder Auto fahren können, muss die Wunde verheilen und die Muskulatur muss wieder aufgebaut werden. Das erfordert Kraft und Geduld. Die ersten Wochen entscheiden wesentlich darüber, wie Sie mit der Amputation später leben können.

Nach der Amputation müssen Sie zunächst einige Tage liegen und dürfen den Fuß gar nicht belasten. Es wird sich sicher schnell ein ganzes Heer von Helferlein um Ihr Bett versammeln und Sie fordern. Damit beginnt die Rehabilitation. Niemand kann Ihnen vorher sagen, wie lang es dauert, bis die Wunde geheilt ist und wann Sie wieder laufen, Auto fahren oder zur Arbeit gehen können. Aber eines kann Ihnen jeder Arzt aus Erfahrung sagen: Je aktiver und positiver Sie sich einbringen, desto schneller werden Sie Fortschritte in Ihrer Rehabilitation bemerken.

Im Vordergrund aller Bemühungen steht zunächst die Heilung der Wunde. Schon während der Wundheilung trainiert ein Physiotherapeut mit Ihnen die Beweglichkeit, damit Ihre Muskulatur erhalten bleibt und die Gelenke trotz der langen Untätigkeit beweglich bleiben. Später übt er mit Ihnen Ersatzbewegungen ein und trainiert die Muskeln im Stumpf, damit Sie sicher mit einer Prothese laufen können.

Rehabilitation - Übung macht den Meister!

Der Physiotherapeut hat eine weitere wichtige Aufgabe: Er muss mit Ihnen die Wahrnehmung im Fußstumpf einüben. Ihr Stumpf ist so neu, dass Ihr Gehirn mit den Botschaften der Nerven erst einmal gar nichts anfangen kann. Allerdings ist es für Ihre Gesundheit von entscheidender Bedeutung, dass Sie Ihren Fuß sehr genau spüren.

Sobald die Wunde vollständig abgeheilt ist und Sie den Stumpf belasten können, erfolgt die Versorgung mit einer Prothese, an die Sie sich langsam gewöhnen sollten.

Für den Übergang bekommen Sie vermutlich einen speziellen, so genannten Vorfußentlastungsschuh. In diesem Schuh können Sie laufen, ohne die Wunde zu stark zu belasten. Innerhalb Ihres Rehabilitationsprozesses wird es auch Zeit für Ergotherapie: Der Ergotherapeut fördert Ihre Geschicklichkeit, übt Bewegungen in Alltag und Beruf ein. Mit seiner Unterstützung werden Sie Ihr Leben selbst jeden Tag besser in den Griff bekommen.

Übrigens gehört die Teilnahme an einer Gehschulung, die Beratung von Berufscoaches, Psychologen und gegebenenfalls Familienhelfern ebenfalls dazu. Weiter gehört es auch dazu, Ihre bisherige Lebensführung in Frage zu stellen: Ernähren Sie sich gesund? Rauchen Sie? Wer mit einer Amputation fertig wird, kann auch mit dem Rauchen aufhören. Wetten?

So wichtig alle diese Experten sind: Ihre aktive Mitarbeit ist noch wichtiger.


Was muss ich über die Wundheilung wissen?

Nach der Vorfußamputation müssen Sie erst einmal liegen und den Fuß hoch lagern, damit das Blut gut zum Herzen zurückfließen kann. Durch die Operation sammeln sich an der Wunde Blut und Gewebsflüssigkeit, die langsam abgebaut werden müssen.

Beim Rückführen der Flüssigkeiten hilft ein elastischer Verband. Dieser ist in der Lage gleichmäßigen Druck auszuüben, ohne jedoch an der Wunde zu reißen. Die Wunde wird täglich auf Entzündungen und Stauungen kontrolliert, der Verband täglich gewechselt. Der Wundheilungs-Prozess wird also stetig von Fachpersonal begleitet.

Die Verbände haben eine weitere wichtige Aufgabe: Sie formen den Stumpf so, dass er später wieder belastet werden kann. Den Verbandswechsel sollen Sie deshalb von Spezialisten vornehmen lassen. Seien Sie sich bitte bewusst: Eine Vorfußamputation ist ein erheblicher Eingriff. Sie haben eine schwere Wunde. Es kann Wochen oder sogar Monate dauern, bis diese vollständig verheilt ist. Eine Störung kann bei der Wundheilung auftreten und kommt bei Diabetes mellitus Patienten sogar häufig vor. Gerade bei Diabetes ist die Ursache für eine Amputation, das diabetische Fußsyndrom, gleichzeitig ein Hindernis der Wundheilung. Zeit ist Ihr wichtigstes Gut in dieser Phase.


Welche Versorgungsmöglichkeiten gibt es?

Bei kleineren Amputationen kann eine individuell geformte Einlage ausreichen. Eine Einlage dient nicht dazu, die Funktion zurückzugewinnen, aber bei sehr leichten Eingriffen genügt unter Umständen schon eine Stabilisierung des Fußbettes.

Eine Vorfußprothese aus Silikon liefert Ihnen freie Beweglichkeit Ihres Sprunggelenks und gewährt Ihnen eine individuelle Passform. Vorfußprothesen aus Silikon werden vom Orthopädietechniker einzeln dem jeweiligen Stumpf speziell angepasst. Sie sitzen „wie angegossen“. Der Knöchel bleibt frei. Ihr ganzer Fuß ist voll beweglich. Der gesamte Bewegungsablauf der Teilfußamputierten wirkt natürlicher. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass außerdem die Muskulatur aktiver ist als bei anderen Versorgungen. Dank des „flexiblen“ Materials können Sie mit einer Vorfußprothese auch längere Strecken gehen und konventionelle Schuhe tragen.

Manche Ärzte und Orthopädietechniker empfehlen einen maßgefertigten Schuh vom orthopädischen Schuhmacher. Prüfen Sie sehr genau, ob der für Sie wirklich die beste Wahl ist. Er ist nicht nur optisch auffällig, sondern birgt unter Umständen auch Schwierigkeiten, weil das Sprunggelenk darin starr fixiert wird. Das Laufen darin wirkt nicht gängig und kann für Sie weniger komfortabel sein.

Unauffälliger ist der orthopädische Innenschuh, den ebenfalls der orthopädische Schuhmacher anfertigt. Auch bei dem wird das obere Sprunggelenk fixiert. Sie können damit keine herkömmlichen Konfektionsschuhe aus dem Schuhgeschäft tragen.

Ein deutliches Plus an Beweglichkeit bietet die Bellmann-Prothese vom Orthopädietechniker. Mit Hilfe eines Strumpfs schlüpfen Sie in eine aus mehreren Lagen Schaum hergestellte Prothese. Diese Versorgung lässt das obere Sprunggelenk frei. Weitere Vorteile sind die Leichtigkeit und eine Form, mit der Sie auch konventionelle Schuhe tragen können. Allerdings kann die Bellmann-Prothese nicht an Ihren anderen Fuß optisch angeglichen werden. Sie fällt als Prothese auf. Außerdem verschleißt das Material recht schnell. Nach zwei Jahren brauchen Sie eine neue Prothese und der Strumpf sorgt für Reibung, die nicht jedem behagt.


Häufig gestellte Fragen zur Vorfußprothese

Was ist eine Vorfußprothese?

Die Vorfußprothese ersetzt die Funktionen und das Aussehen der fehlenden Teile Ihres Fußes. Sie unterstützt Sie bei Ihren alltäglichen Bewegungen, erhöht die Muskelaktivität, verbessert den Rückfluss des Blutes im Bein und lässt den Fuß wieder nahezu gewöhnlich aussehen.

Das Aussehen der Vorfußprothese aus Silikon kann bis ins Detail Ihrem anderen Fuß nachempfunden werden. Der Schaft der Fußprothese wird genau Ihrem Stumpf angepasst. Das optimiert die Passform im Vergleich zu anderen Versorgungen und hält den Fuß zum Einen sehr stabil und verteilt zum Anderen die Belastung vom Gehen gleichmäßig auf die ganze Fläche. Außerdem kommen Sie mit einer Vorfußprothese in jeden konventionellen Schuh.

Woraus besteht eine Vorfußprothese?

Als Material für Vorfußprothesen verwenden wir medizinisch hochwertiges Silikon (HTV-Silikon). Der große Vorteil dieses Silikons ist: Wir können es an verschiedenen Stellen des Fußes verschieden fest und hart formen, so dass jede Stelle der Vorfußprothese genau ihre Funktion erfüllen kann: fest, wo Sie Ihren Fuß abrollen, weicher, wo Ihr Stumpf belastet wird.

Besonders schön ist die Hautfreundlichkeit: Silikon lässt Gas und Dampf durch, Schweiß kann also entweichen. Es enthält auch keine Weichmacher, wird nicht porös und ist geruchs- und geschmacksneutral. Außerdem wird das Material in der Regel als angenehm auf der Haut empfunden.


Für wen ist eine Vorfußprothese geeignet?

Das Anpassen und Tragen einer Vorfußprothese ist nur sinnvoll, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Die Amputationswunde ist vollständig verheilt.
  • Das Fußgelenk ist belastbar.
  • Der Stumpf ist belastbar.
  • Das Stumpfvolumen ist stabil.

Silikon-Prothesen können heute in fast allen Fällen einer Vorfußamputation eingesetzt werden. Nur wenn der Stumpf starken Schwellungen unterliegt, muss eine Prothese ausgeschlossen werden. Sie kann dann nicht mehr optimal dem Stumpf angepasst werden und drückt. Das sind aber seltene Ausnahmen.


Wie gut kann ich mit einer Vorfußprothese laufen?

Eine Vorfußprothese ersetzt den verlorenen Fuß schon deshalb gut, weil sie wieder eine volle Fläche zum Aufsetzen und Abrollen bietet. Das schafft Sicherheit beim Gehen. Weil sich die Prothese beim Gehen flexibel verformt, bewegt sich der ganze Körper richtig. Sie nehmen keine Schonhaltung ein und belasten die Muskulatur ganz natürlich. Wie gut das funktioniert, können Sie schon daran erkennen, dass Sie mit Prothese sogar barfuß gehen können. Strecken von fünf Kilometer und mehr zu gehen, sind für jeden zweiten Befragten mit Vorfußprothese möglich.

Wie pflege ich eine Vorfußprothese?

Die Vorfußprothese reinigen Sie am besten einfach mit lauwarmem Wasser und Seife. Wenn Sie Ihren Vorfuß täglich waschen, werden Sie lange Freude an ihm haben. Abwaschen, abtrocknen, fertig!

Wenn Sie einmal einen schlimmeren Fleck auf Ihrem Zweitfuß haben, kochen Sie die Vorfußprothese einfach ein paar Minuten in Leitungswasser aus. Das ist schon alles, was Sie benötigen, beachten und tun müssen, um Ihre Silikon-Vorfußprothese zu pflegen und lange zu erhalten.

Lösungsmittel oder andere Chemikalien brauchen Sie nicht. Mehr noch, Sie dürfen solche Lösungsmittel nicht einsetzen. Die Lösungsmittel dringen nämlich nicht nur in das Silikon ein, sondern werden dann auch beim Tragen an die Haut abgegeben.


Wie bekomme ich eine Vorfußprothese?

Sprechen Sie zunächst einmal mit Ihrem Arzt über die Möglichkeit einer Vorfußprothese. Er unterstützt Sie dann bei der Krankenkasse – und gibt dem Orthopädietechniker bei Bedarf wichtige Hinweise über Ihre speziellen Anforderungen. Die Kassen übernehmen in der Regel die Kosten für ein rein funktionelles Modell, für kosmetisch aufwändigere Modelle ist meist eine Eigenbeteiligung notwendig.

Suchen Sie sich dann ein Sanitätshaus, das Erfahrung mit Vorfußprothesen hat. Über die Experten-Suchfunktion können Sie einen Fachmann in Ihrer Nähe suchen. Die zertifizierten Partner von Ottobock verfügen über die notwendige technische Ausstattung, sind speziell geschult und von Ottobock zertifiziert. (Sollte es in Ihrer Nähe keinen Partner geben, können Sie gerne mit uns in Kontakt treten.)

Der Orthopädietechniker wird Ihren Fuß genau vermessen, Fotos und einen Gipsabdruck machen. Auf Grundlage dieses Abdrucks fertigen wir eine Probeprothese, die Sie vier bis sechs Wochen tragen. In dieser Zeit bessert der Orthopädietechniker die Prothese nach. Das ist schon nötig, weil Sie mit der Probeprothese wieder laufen können und aufgrund der Bewegung eine stärkere Muskulatur bekommen. Darüber hinaus müssen Sie sich natürlich erst einmal mit einer Prothese vertraut machen.

Zum Schluss bestimmt das Sanitätshaus zusammen mit Ihnen die richtige Hautfarbe für die Prothese. Die Daten und alle Korrekturen werden an Ottobock übermittelt. Wir fertigen aus allen Informationen dann die endgültige Vorfußprothese, die Ihnen ein nahezu normales Leben ermöglicht.



Das könnte Sie auch interessieren