Kreuzbandriss: Ursachen, Symptome und Behandlung


Die Kniegelenke sind Dreh- und Angelpunkte der Bewegung und Fortbewegung. Ohne sie läuft buchstäblich nichts. Nicht nur im Alltag, sondern auch bei fast jeder Bewegungs- und Kontaktsportart kommt den Knien eine besondere Bedeutung zu. Muskeln und Bänder unterstützen die Gelenke tatkräftig bei ihrer Aufgabe – im Kniebereich sind dies vor allem die Kreuzbänder. Ein Kreuzbandriss setzt deren Funktion außer Kraft und kann so zu einer Reihe sehr unangenehmer Symptome führen. Hier erfahren Sie mehr, auch über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Kreuzbandrissen.

Hilfsmittel von Ottobock beim Kreuzbandriss

Bei einem Kreuzbandriss können stabilisierende Orthesen von Ottobock für Halt und Linderung sorgen.

Schematische Darstellung von Kreuzbändern

Was ist ein Kreuzband?

Vier Bänder verbinden Oberschenkel (Femur) und Unterschenkel (Tibia) miteinander. Dazu zählen die beiden Seitenbänder, die das Kniegelenk an der Innen- und Außenseite stabilisieren, sowie das hintere und vordere Kreuzband, die im Inneren des Knies liegen. Letztere verlaufen über Kreuz und schräg durch die Kniegelenkshöhle. Diesem Umstand verdanken sie ihren Namen.


Welche Funktion haben die Kreuzbänder?

Die Kreuzbänder dienen als zentrale Stabilisatoren. Sie zentrieren die Gelenkflächen im Kniegelenk und halten das Knie sowohl im Ruhezustand als auch bei Krafteinwirkung und Belastung in Position. Die Kreuzbänder stützen und führen das Knie in der Beugung, denn sie sind zu diesem Zeitpunkt gespannt. Die Seitenbänder übernehmen diesen Part entsprechend in der Streckung und sind zu diesem Zeitpunkt gespannt. Die Bänder lenken somit die Bewegung und begrenzen zugleich den Bewegungsumfang auf ein physiologisches Maß. So schützen sie das Knie vor Verrenkungen und stabilisieren es selbst dann, wenn die umgebenden Muskeln noch gar nicht angespannt sind. Dieser natürliche, „passive Schutz“ ist möglich, weil die Bänder im Vergleich zu den Muskeln relativ unelastisch sind und somit immer eine gewisse Stabilität bieten.

Das vordere Kreuzband verhindert, dass sich der Oberschenkelknochen über das Schienbein hinweg nach vorne verschiebt (die so genannte vordere Schublade). Das hintere Kreuzband verhindert, dass sich das Schienbein unter dem Oberschenkelknochen nach hinten verschiebt (hintere Schublade).

Schematische Darstellung Ruptur des vorderen Kreuzbandes
Schematische Darstellung Ruptur des hinteren Kreuzbandes
Schematische Darstellung Ruptur des Seitenbandes

Was ist ein Kreuzbandriss?

Ein Kreuzbandriss im Knie – auch Kreuzbandruptur genannt – ist ein vollständiger Riss eines oder beider Kreuzbänder. Liegt ein unvollständiger Riss vor, spricht man von einem Kreuzbandanriss bzw. einer Teilruptur. In den meisten Fällen ist das vordere Kreuzband im Kniegelenk betroffen, denn bei vielen typischen Unfallhergängen wird es stärker belastet. Das hintere Kreuzband reißt nur in etwa zehn Prozent der Fälle.

Ein gerissenes vorderes Kreuzband kann nicht mehr verhindern, dass sich der Oberschenkelknochen nach vorn über das Schienbein verschiebt. Ein gerissenes hinteres Kreuzband kann nicht mehr verhindern, dass sich das Schienbein unter dem Oberschenkel nach hinten verschiebt. Solange das innere und das äußere Seitenband im Knie intakt sind, sorgen diese wenigstens weiterhin für eine gewisse seitliche Stabilität im Gelenk.

Statistisch gesehen reißt alle fünf bis sechs Minuten in Deutschland ein Kreuzband. Das sind rund 100.000 Fälle pro Jahr. 80 Prozent der Unfälle ereignen sich beim Sport.

Was kann zu einem Kreuzbandriss führen?

Aufgrund ihrer geringen Elastizität lassen sich Bänder bei zu hoher Beanspruchung schnell überdehnen. Ein Kreuzband reißt generell dann, wenn seine Reißfestigkeit entsprechend überschritten wird. Dazu kann es in vielen Situationen kommen. Verkehrsunfälle und Verletzungen bei Kontakt- und Bewegungssportarten zählen zu den häufigsten Ursachen. Sportarten mit schnellen Richtungs- und Tempowechseln stellen meist ein erhöhtes Risiko dar. Ein Kreuzband kann nach Verdrehung/Verstauchung (Distorsion) und Überstreckung (Hyperextension) reißen, zum Beispiel aufgrund eines Sturzes, Zusammenpralls oder Schlags. Zu den klassischen Ursachen zählen das Anstoßen des Knies am Armaturenbrett beim Autounfall, zu intensiv geführte Zweikämpfe um den Ball beim Sport, die Landung nach einem Sprung sowie Stürze auf Ski, bei denen die Bindung nicht auslöst und sich das Knie durch die starke Hebelwirkung verdreht. Die Liste ließe sich entsprechend fortsetzen.

Aber auch in vielen Alltagssituationen kann ein Kreuzbandriss entstehen. Ein unglücklicher Fehltritt, ein Umknicken, ein Sturz auf der Treppe, von der Leiter oder vom Stuhl, beim Renovieren oder Bilderaufhängen genügt oft schon für eine Überbeanspruchung der Kreuzbänder, die zum Riss oder Anriss führen kann.

Welche Symptome treten bei einem Kreuzbandriss auf?

Die Symptome sind beim Kreuzbandriss meist recht eindeutig. In der Regel zählen Schmerzen, Schwellung und ein Bluterguss im Bereich des Kniegelenks dazu. Das Knie lässt sich nicht mehr vollständig strecken und beugen. So mancher Kreuzbandriss wird auch nicht sofort erkannt, sondern gibt sich erst beim erneuten Belasten durch Gangunsicherheit und Instabilität im Kniebereich zu erkennen – dem sogenannten Wackelknie. Das Gelenk kann dann schon bei geringer Belastung wegknicken; hier spricht man vom „Giving-way-Phänomen“.

Viele Betroffene schildern, dass sie im Moment des Unfalls ein deutliches Knacken spüren und/oder ein Knack- oder Knallgeräusch hören. Akute, heftige Schmerzen im Inneren des Knies folgen. Auch ein Zerreiß- oder Verschiebegefühl – ein Ruck im Kniegelenk – kann zu den unmittelbaren Symptomen zählen. Das Knie schwillt innerhalb von Stunden an. Das kann wiederum zu stechenden Schmerzen führen. Eine zunehmende Dehnung der Gelenkkapsel ist dafür verantwortlich.

Oft verschwinden die akuten Schmerzen nach kurzer Zeit und Ruhigstellung, kehren aber bei erneuter Belastung zurück. Meist werden auch Blutgefäße rings um das Gelenk verletzt. Dann entsteht ein Bluterguss, der die Bewegung des Gelenks zusätzlich einschränkt.


Ottobock Genu Arexa Knieorthese

Wie lässt sich ein Kreuzbandriss behandeln?

Eine geeignete Behandlung ist wichtig, um das Knie zu stabilisieren und einem verstärkten Gelenkverschleiß, einer Arthrose im Knie, vorzubeugen. Darin sind sich die Experten einig. Die erhöhte Abnutzung kann unmittelbar aus dem zu großen Bewegungsspielraum des Kniegelenks nach einem Kreuzbandriss folgen. Wie dieser am besten behandelt werden sollte, darüber gehen die Expertenmeinungen allerdings auseinander.

Ein Teil der Mediziner ist der Ansicht, dass eine OP grundsätzlich die beste Option sei. Dabei näht ein Orthopäde ein gerissenes Kreuzband entweder zusammen oder ersetzt es durch ein körpereigenes Sehnentransplantat aus dem Oberschenkel – eine sogenannte Kreuzbandplastik.

Andere Mediziner sehen eine Operation hingegen nicht immer als erforderlich an. Ein vorderer Kreuzbandriss lasse sich demzufolge – je nach Risstypus – in vielen Fällen auch konservativ behandeln und stabil ausheilen. Dies sei beispielsweise der Fall, wenn die Synovialhülle (eine Art dehnbarer Schleimhautschlauch, in dem die Kreuzbänder verlaufen) nicht vollständig zerfetzt sei und die gerissenen Bandenden noch in engem Kontakt halte.

Zudem kann es in vielen Fällen dank eines speziellen Muskelkrafttrainings gelingen, das Gelenk so zu stabilisieren, dass es in Sport, Beruf und Alltag den entsprechenden Belastungen standhält. Wenn das Kniegelenk zu großen Belastungen ausgesetzt ist, kann die Stabilität der Muskulatur aber ggf. zu gering sein, um ein fehlendes Kreuzband komplett auszugleichen. Generell gilt: Sportliche und junge Menschen werden eher operiert als ältere Patienten.

Die konservative Behandlung beinhaltet üblicherweise den Einsatz einer starren Knieorthese, die etwa sechs Wochen lang die Beweglichkeit des Knies gezielt einschränkt, um Fehlbelastungen und Fehlstellungen zu verhindern, die den Behandlungserfolg gefährden. Auch nach einer Kreuzbandoperation kommt eine stabilisierende Schiene zum Einsatz.


Ottobock Genu Arexa Knieorthesen Anwenderin sitzt auf einer Bank und unterhält sich mit einer Freundin

Wie lange dauert die Heilung?

Die Heilungsdauer beim Kreuzbandriss beträgt in jedem Fall mehrere Monate. Im Fall einer Operation erfolgt der Eingriff meist zwei bis vier Wochen nach dem Kreuzbandriss. Bis dahin wird das Knie mit einer geeigneten Orthese stabilisiert. Auch nach der OP kommt eine Orthese zum Einsatz. Zudem ist eine Reha von etwa vier Monaten nötig, damit das Transplantat richtig einheilen kann und langfristig stabil bleibt. Die eingesetzte Sehne wird währenddessen vom Körper zu einem Band umgebaut. Bei konservativer Behandlung beginnt die Rehabilitation hingegen sofort, nachdem die Verletzung abgeklungen ist. Auch dies kann einige Wochen beanspruchen. Die Dauer des Kreuzbandrisses kann somit bei beiden Behandlungsmethoden ähnlich ausfallen. Die Reha beinhaltet zunächst vor allem Physiotherapie mit einer passiven Bewegung des Knies sowie Muskelaufbau und Koordinationsübungen.

Ottobock Knieorthesen Anwenderin macht Kniebeuge beim Genu Move Training

Die richtigen Übungen entscheiden

Prof. Dr. Wolf Petersen, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im Martin-Luther-Krankenhaus in Berlin, bringt es auf den Punkt: „Eine OP kann ohne Nachbehandlung nicht erfolgreich sein.“ Nicht nur Physiotherapie ist für eine bestmögliche Rückkehr in den Alltag wichtig. Die Betroffenen müssen darüber hinaus aktiv etwas für ihr Knie und die Genesung tun. Die richtigen Übungen für zu Hause haben entscheidenden Anteil am Therapieerfolg und tragen zur Besserung der Beschwerden bei.

Genau hier setzt das ärztlich entwickelte Übungsprogramm Genu Move an. Es gibt Betroffenen nach einem vorderen Kreuzbandriss viele Übungen für zu Hause an die Hand, die sich ideal als Muskelaufbautraining eignen und die Nachbehandlung unterstützen. So tragen Betroffene auch zu Hause aktiv zur Rehabilitation bei und steigern die Belastbarkeit, Beweglichkeit, Kraft und Koordination im betroffenen Bein.


Ottobock Knieorthesen Anwenderin liegt auf Trainingsmatte beim Genu Move Training

Genu Move - Phase 1

Direkt nach der Operation ist das Knie gereizt. Es kommt zu Schmerzen und Schwellungen. Ziel in der ersten Heilungsphase (Woche 1 und 2) ist es, diese Symptome zu lindern und zu kontrollieren. Schon hier beginnen Patienten, die Streckfähigkeit ihres Kniegelenks zu trainieren.

Ottobock Knieorthesen Anwenderin streckt das Bein nach hinten beim Genu Move Training

Genu Move - Phase 2

Die in Phase 1 erreichte Streckfähigkeit soll jetzt weiter gehalten werden. Setzen Sie deshalb die Übungen aus Phase 1 fort. Ziele von Phase 2 (Woche 3 bis 6) sind eine weitere Verbesserung der Beweglichkeit und Muskelkraft sowie die Normalisierung des Gangbildes.

Ottobock Knieorthesen Anwenderin macht Kniebeuge beim Genu Move Training

Genu Move - Phase 3

In der dritten Heilungsphase (Woche 7 bis 14) soll die Beweglichkeit so weit gesteigert werden, bis sie die der gesunden Seite entspricht. Die Ziele dieser Phase sind die Wiedererlangung der vollen Beweglichkeit und die Steigerung von Ausdauer, Kraft und Koordination.


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Übungen für zuhause – Genu Move

Diese Broschüre enthält Übungen für ein muskelaufbauförderndes Training zuhause nach einem vorderen Kreuzbandriss.


Kniespezialist Portrait

Wie finde ich den richtigen Kniespezialisten?

Idealerweise können Sie auf vertrauenswürdige Quellen und Erfahrungsberichte aus dem Freundes-, Familien- oder Bekanntenkreis zurückgreifen, um einen passenden Spezialisten für Ihre Knie-OP zu finden. Andernfalls führt leider oft kein Weg an einer aufwendigen Recherche vorbei. Zunächst sollten Sie sich selbst gründlich informieren und sich einen Überblick über die Funktionsweise und Aufgaben des Knies verschaffen. Ziel ist, dass Sie die wichtigsten medizinischen Fachbegriffe kennen und Ihre eigenen Befundberichte verstehen.

Stimmt die Grundlage, können Sie Ärzte-Vitas auf den Klinikseiten lesen. So erhalten Sie einen Einblick in Praxiserfahrung, Forschungsgebiete und OP-Schwerpunkte. Nicht jede Klinik bietet jede Operationstechnik an. Auch Publikationen, Fachartikel und absolvierte Fortbildungen bieten wichtige Anhaltspunkte, um den passenden Kniespezialisten zu finden. Achten Sie zudem auf Informationen zum Qualitäts- und Hygienemanagement der Kliniken. Gegebenenfalls erleichtern jährlich veröffentlichte Fachärzte-Listen die Vorauswahl bei speziellen Knieproblemen. Auch Foren, soziale Netzwerke und Erfahrungsberichte von Betroffenen sind eine Informationsquelle. Die Qualität der Angaben kann jedoch stark schwanken.

Haben Sie einen Kniespezialisten gefunden, verschaffen Sie sich einen persönlichen Eindruck im Arztgespräch. Oft ist es sinnvoll, auch eine medizinische Zweitmeinung oder sogar Drittmeinung einzuholen, bevor die Entscheidung für den Kniespezialisten fällt.


Nach der Operation

Ein Kreuzbandriss Patient liegt einem Krankenhaus Bett während Ärzte ein Röntgenbild betrachten

Was kann ich nach einer Kreuzbandriss-OP tun?

Nach der OP sind zunächst abschwellende Maßnahmen sinnvoll. Dazu zählen ein Hochlagern des Beins, Kühlung und Lymphdrainage. Oft sind Schmerzmittel nötig, denn Schmerzen blockieren die Muskulatur und machen Bewegungen fast unmöglich. Viele physiotherapeutische Übungen aus der Reha lassen sich zu Hause anwenden. Zum Beispiel: auf dem Sofa liegend das Bein anheben und in der Luft Buchstaben schreiben. Den richtigen Zeitpunkt, ab dem Sie frühestens mit solchen Übungen beginnen dürfen, sollten Sie in jedem Fall zuvor mit dem Arzt absprechen. Etwa zwei bis vier Wochen lang sollten Patienten zudem 30 bis 60 Minuten pro Tag mit Gehstützen laufen. Auch diesbezüglich beraten Sie sich am besten ausführlich mit dem behandelnden Arzt.

Wie kann ich Thrombosen nach der OP vorbeugen?

Eine Thrombose ist eine Gefäßerkrankung oder Störung des Kreislaufsystems, bei der sich ein Blutgerinnsel, ein sogenannter Thrombus (Blutpfropf) in einem Blutgefäß bildet. Im Anfangsstadium verlaufen Thrombosen oft fast symptomfrei, können im späteren Verlauf aber zu einer lebensgefährlichen Lungenembolie führen. Grundsätzlich gilt: Langes Sitzen und Stehen fördert die Entstehung von Thrombosen und ist deshalb so weit wie möglich zu vermeiden. Durch Laufen, Liegen und Sport sowie gymnastische Übungen für Füße und Beine, die sich auch nach einer OP ausführen lassen, wirken Sie Thrombosen aktiv entgegen. Nach Rücksprache mit dem Arzt eignen sich in den ersten Wochen nach der OP oft auch Anti-Thrombose-Spritzen zur Vorbeugung. Mithilfe der natürlich vorkommenden Substanz Heparin hemmen die Spritzen die Blutgerinnung. Wer lange stehen muss, zum Beispiel aus beruflichen Gründen, sollte Thrombose-Strümpfe tragen.

Kreuzbandriss Betroffene sitzt auf Übungsmatte

Wie und wie lange sollte ich das Knie kühlen?

Durch wiederholtes und gleichmäßiges Kühlen des operierten Knies lässt sich ein Fortschreiten der Schwellung verlangsamen und im Idealfall reduzieren. Zudem hilft die Kälte, Schmerzen zu lindern. Kältekompressen aus Gel eignen sich besonders gut, da sie sich dem Knie anpassen und gleichmäßig Kälte an die Hautoberfläche abgeben. Legen Sie Gel-Kompressen oder Eis aber nicht direkt auf die Haut, sondern eingeschlagen in ein Handtuch bzw. in eine wasserdichte Tüte. Direkt auf der Haut kann das Kühlmedium sonst zu Hautschäden oder sogar zu Erfrierungen führen.

Kühlen Sie maximal fünf bis zehn Minuten lang. Pausieren Sie dann mindestens zwei Stunden. Wenn Sie zu lange oder zu intensiv kühlen, schützt sich der Körper vor der Kälte und erwärmt die Stelle durch zusätzliche Blutzufuhr. Das ist natürlich kontraproduktiv, denn mehr Blut macht das Knie dicker. Außerdem benötigen die körpereigenen Enzyme, die die Reparaturmechanismen im Knie bewirken, eine optimale Arbeitstemperatur – das heißt: weder zu kalt noch zu warm. Die Entzündung im Knie ist das Resultat eben dieser Reparaturarbeiten und äußert sich in Form von Wärmeentwicklung. Das bedeutet: Wer zu viel und zu lange kühlt, verzögert die Heilung, anstatt sie zu fördern.

Wie kann ich nach der OP gut schlafen?

Guter Schlaf ist enorm wichtig für Reparaturvorgänge im Körper und somit auch ein entscheidender Aspekt für die Heilung und Genesung nach einem Kreuzbandriss. Eine hochwertige Orthese hilft, falsche Bewegungen zu vermeiden – das gilt bei Tag und besonders nachts, wenn wir einen Teil unserer Bewegungen nicht bewusst koordinieren können. In Abstimmung mit dem behandelnden Arzt kann auch die Einnahme von Schmerzmitteln vor dem Zubettgehen zu einem schmerzfreien Schlaf verhelfen. Ebenso können sich Betroffene oft durch Kühlen Linderung verschaffen.


Zurück in den Alltag

Kreuzbandriss Betroffene sitzt auf einem Sessel und liest ihrem Kind ein Buch vor

Wie lange bin ich nach einer Kreuzband-OP arbeitsunfähig?

Direkt nach einem vorderen Kreuzbandriss ist eine Krankschreibung von mindestens zwei bis drei Wochen obligatorisch. Nach etwa zwei Wochen werden die Operationsfäden gezogen. Nach etwa vier bis sechs Wochen gilt die Arbeitsfähigkeit in vielen Fällen als wiederhergestellt. Bei körperlich fordernden Berufen dauert es entsprechend länger.

Wann darf ich nach der Kreuzband-OP duschen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten und hängt vom Einzelfall und der OP-Methode ab. In der Regel informiert der behandelnde Arzt den Patienten. Nach einer Arthroskopie bleiben nur wenige und kleine äußerliche Wunden zurück, die zudem sauber vernäht sind. Aseptische Wunden schließen sich nach etwa 24 Stunden und sind damit auch für Mikroorganismen unzugänglich. Das Duschen oder Waschen mit sauberem Leitungswasser ist anschließend meist unproblematisch. Zudem steigert es die Hygiene und das subjektive Wohlbefinden. Wasserdichte Pflaster (Duschpflaster) decken kleine Schnitte zuverlässig ab. Oft dürfen Patient bereits 24 oder 48 Stunden nach der OP duschen, sofern der Kreislauf stabil ist. Auch die Immunabwehr sollte nicht geschwächt sein.

Anders sieht es jedoch nach offenen Operationen aus. Dann muss der Patient meist warten, bis die Fäden entfernt sind oder die Wunde zum Duschen sicher abdecken (mit einem Pflaster oder spezieller Folie). Wird nach der OP ein Gips bzw. eine Gipsschiene angelegt, darf diese unter keinen Umständen nass werden. Auch auf ausgiebiges Baden und Schwimmen sollten Betroffene in den ersten sechs Wochen nach der Kreuzband-OP generell verzichten, um die Narbenbildung nicht zu stören.

Ottobock Genu Arexa Anwenderin schiebt ein Fahrrad und spricht mit einer Freundin

Wann kann ich wieder Rad fahren?

Im Grunde gelten die gleichen Regeln wie fürs Autofahren: Es kommt auf den Genesungsstatus an, und Sie müssen in der Lage sein, das Fahrrad sicher zu kontrollieren. Ihr Arzt gibt Ihnen diesbezüglich Auskunft. Oft ist es nach etwa sechs bis acht Wochen wieder möglich, auf einem Ergometer Rad zu fahren, sofern sich das Knie ausreichend beugen lässt und dabei beschwerdefrei ist. Radfahren auf ebenen Strecken ist oft nach etwa zwei Monaten wieder möglich. Die Belastung für die neue Bandstruktur darf dabei allerdings nicht zu hoch sein: Bis etwa drei Monate nach der OP sollten Sie nur Strecken ohne Steigungen wählen. Dabei handelt es sich jedoch nur um grobe Richtwerte. Es gilt stets, den Einzelfall genau zu prüfen und mit dem behandelnden Arzt abzustimmen.

Wann kann ich wieder Auto fahren?

Eine allgemeingültige, pauschale Zeitangabe ist leider nicht möglich. Es kommt auf den Einzelfall und den Status der Genesung an. Der Fahrer muss in der Lage sein, das Fahrzeug sicher zu führen, ohne dass die Folgen des Kreuzbandrisses diese Fähigkeit einschränken. Ärzte und Versicherungen raten häufig dazu, frühestens vier bis sechs Wochen nach einer Kreuzband-OP wieder Auto zu fahren, sofern die Belastbarkeit des Knies dies wieder zulässt. Betroffene konsultieren also am besten ihren behandelnden Arzt, bevor sie sich wieder ans Steuer setzen – und fragen ggf. auch bei der Versicherung nach.


Endlich wieder Sport

Ottobock Genu Arexa Anwenderin hebt das rechte Bein und hält einen Ball während Genu Move Training

Wie kann ich die Nachbehandlung gezielt mit Übungen unterstützen?

Die OP-Methoden sind heute weitgehend standardisiert, und auch Profiathleten werden grundsätzlich nicht besser operiert als „normale Patienten“. Auch der Heilungsprozess dauert vergleichbar lange; seine Dauer wird oft unterschätzt. Damit ein operiertes Knie nach einem Kreuzbandriss wieder voll belastbar werden kann, ist vor allem eine ausreichend lange Rehabilitation wichtig. Zwei Monate obligatorische Reha reichen dafür nicht aus.

Nach einer operativen Sanierung des Knies bedarf es meist mindestens acht Monate akribischer Übungen, um die Kraft im verletzten Bein wiederherzustellen. In Abstimmung mit dem behandelnden Arzt eignen sich dafür, je nach Genesungsfortschritt, verschiedene Übungen und Sportarten sowie ein isoliertes Muskeltraining für das betroffene Bein – zu Hause oder im Fitnessstudio. Dazu zählen beispielsweise Bergaufgehen oder Einheiten am Stepper. Das kräftigt u. a. die Gesäßmuskulatur, die auch wesentlich zur Kniestabilisation beiträgt. Ebenso eignen sich einbeinige Kniebeugen. Der Kniewinkel sollte dabei nicht mehr als 60 bis 70 Grad betragen. Das Heben in den Zehenstand kräftigt die Wadenmuskulatur, die nach einer OP ebenfalls schwindet. Ist ein entsprechender Genesungsstand erreicht, verhilft Radfahren in allen Variationen zu einer guten Beweglichkeit und Kräftigung des Knies.

Der Fortschritt lässt sich sogar direkt messen, und zwar am Oberschenkelumfang. Fehlen Zentimeter zum gesunden Bein? Dann besteht auch noch ein Kraftdefizit. Ein weiterer positiver Indikator ist, wenn das Knie bei Belastung nicht mehr anschwillt. Wer seine Hüft- und Gesäßmuskulatur systematisch stärkt und sich eine kräftige Oberschenkelmuskulatur (vorn und hinten) antrainiert, ist zudem in vielen klassischen Kreuzbandriss-Situationen widerstandsfähiger und erspart sich im Idealfall eine solche Erfahrung.

Wie kann ich einem Kreuzbandriss vorbeugen?

Die beste Vorbeugung ist ein gezieltes Training der Muskulatur. Je stärker die Muskeln, desto mehr können sie die Bänder entlasten und Gelenke stabilisieren. Idealerweise schützt eine gut trainierte Muskulatur auch bei einem Unfall bis zu einem gewissen Grad vor einem Kreuzbandriss. Voraussetzung ist natürlich, dass die Muskeln im entscheidenden Moment auch entsprechend angespannt sind. Sportler bauen spezielle Lauf-, Balance-, Sprung- und Kraftübungen zur Stabilisation der Muskeln am besten gezielt in ihr Aufwärmprogramm ein.

Patientin mit Kreuzbandriss liegt auf Liege und spricht mit Arzt

Wann kann ich nach einem Kreuzbandriss wieder Sport treiben?

Das hängt stets vom Einzelfall und vom Einverständnis des behandelnden Arztes ab. Hier gibt es keine klare, allgemeingültige Empfehlung. Fakt ist: Erfolgt der Wiedereinstieg zu früh, kann es zu einer erneuten Verletzung bzw. einem Ausfall der Kreuzbandplastik kommen. Wenn die Reha vorbei ist, ist das Knie noch immer sehr empfindlich für neue Verletzungen. Deshalb gilt: Nicht zu früh starten und nicht zu schnell zu stark belasten.

Wie beginne ich nach einem Kreuzbandriss wieder mit dem Sport?

Jede Phase sollte mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden: Nach erfolgreicher Behandlung eignen sich zunächst langsame Bewegungsübungen wie behutsames Radfahren auf einem Ergometer. Nach etwa zwei Monaten ist Radfahren auf ebener Strecke erlaubt. Steigungen gilt es bis etwa zum dritten Monat zu vermeiden, um die neue Bandstruktur nicht zu stark zu belasten. Nach vier Monaten folgt erstes behutsames Lauftraining. Eine Wiederaufnahme von Kontaktsportarten sollte frühestens nach sechs Monaten erfolgen.


Patienten berichten über Ihre Beschwerden und Erfahrungen

Ottobock Genu Arexa Knieorthesen Anwenderin schiebt ein Fahrrad und unterhält sich mit einer Freundin

Jessicas Genu Arexa Geschichte

Jessicas vorderes Kreuzband ist bei einer plötzlichen Bremsbewegung auf Skiern angerissen. Ein paar Wochen später riss ihr Kreuzband dann bei einer unüberlegten Tanzbewegung komplett. Nach der Operation trägt Sie die Knieorthese Genu Arexa, mit der Sie das verletzte Knie wieder kontrolliert bewegen kann und in Kombination mit dem Übungsprogramm "Genu Move" die Heilung optimal unterstützt.

Zur Knieorthese Genu Arexa

Frau mit Ottobock Knieorthese bei Kreuzbandriss liegt auf einer Decke und spielt mit ihrem Sohn

Annas Genu Arexa Geschichte

Anna ist immer gefordert – im Job und ganz besonders mit ihrem vierjährigen Sohn. Er hat viel Energie und will alles ausprobieren. Außerdem ist Anna eine leidenschaftliche Tänzerin. Dann kam der Skiunfall und Anna riss sich das Kreuzband. Dank der Hartrahmen-Knieorthese Genu Arexa gelang ihr schnell die Rückkehr in den Alltag. Und Tanzen darf sie auch bald wieder.

Zur Knieorthese Genu Arexa

Frau mit Ottobock Xeleton Knieorthese klettert an Kletterwand

Julias Xeleton Geschichte

Julia hatte einen Unfall in der Kletterhalle und verletzte sich dabei das Kreuzband. Nach mehreren Operationen trug sie zunächst eine Ruhigstellungsschiene. Als sie dann die Hartrahmen-Knieorthese Xeleton verwenden durfte, war ihr Bein viel beweglicher – und der Alltag leichter. Heute verwendet Julia die Orthese immer dann, wenn sie sicherer sein möchte, z.B. an der Kletterwand oder beim Skifahren.

Zur Knieorthese Xeleton


Zurück in den Alltag: In 3 Schritten zur Ottobock Orthese

Ottobock Orthesen Liste auf einem Smartphone Display

Schritt 1

Hier finden Sie eine Übersicht über alle für Sie infrage kommenden Orthesen und Bandagen. Nehmen Sie diese Liste mit zu Ihrem nächsten Arztbesuch.

Knieorthesen- und Bandagen

Porträt eines Arztes

Schritt 2

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche der Orthesen am besten für Ihr Beschwerdebild geeignet ist. Anschließend stellt Ihr Arzt Ihnen ein Rezept für die passende Orthese aus.

Anpassung einer Ottobock Orthese an eine Patientin im Sanitätshaus

Schritt 3

Gehen Sie mit dem Rezept zu einem Sanitätshaus. Dort erhalten Sie Ihre neue Orthese, nachdem sie perfekt an Ihre Körpermaße angepasst wurde.



Mann mit Ottobock Agilium Freestep Orthese wandert mit seiner Frau über eine Wiese

Unsere Produkte bei Knieschmerzen

Ob dauerhaft oder temporär: Wenn Sie unter Schmerzen oder Einschränkungen des Bewegungsapparates leiden, können orthopädische Hilfsmittel wie die Knieorthesen sowie Bandagen von Ottobock zur Entlastung, Stabilisierung und Mobilisierung beitragen.

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Mann fasst sich an sein schmerzendes Knie

Krankheitsbilder und Symptome

Informieren Sie sich ausführlich über verschiedene Krankheitsbilder und Symptome, über Behandlungsmöglichkeiten und Diagnoseverfahren. Für jede Erkrankung gibt es spezifische Orthesen und Bandagen, die Ihnen helfen können, Beschwerden zu lindern.

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Zugehörige Produkte

Die dargestellten Produkte zeigen Versorgungsbeispiele und eine Auswahl der Produkte von Ottobock. Ob ein Produkt für Sie tatsächlich geeignet ist und ob Sie in der Lage sein werden, die Funktionalität eines Produktes voll auszuschöpfen, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Entscheidend sind unter anderem Ihre körperliche Verfassung, Ihre Fitness und eine detaillierte ärztliche Untersuchung. Lassen Sie sich von Ihrem Sanitätsfachhandel über Behandlung, Kontraindikationen und mögliche Risiken aufklären. Bitte lesen Sie die Produktinformation und Gebrauchsanweisung.