Stumpfpflege

Im Krankenhaus haben das Pflegepersonal und die Ärzte die Pflege Ihres Stumpfes mit Wundreinigung und Verband- bzw. Bindenwechsel übernommen. In der Rehabilitationsphase lernen Sie unter Anleitung, Ihren Stumpf, die Narbe und auch Ihr gesundes Bein eigenständig zu pflegen. Beachten Sie: Nur durch eine regelmäßige und intensive Pflege werden Sie Ihre Prothese beschwerdefrei tragen können. Es gibt spezielle Pflegemittel für Ihren Stumpf, die Sie nutzen können. Mit der Zeit werden Sie eine tägliche Pflegeroutine haben, die ganz selbstverständlich zu Ihrem Alltag gehören wird.


Tägliche Pflege von Stumpf und Prothese

Wie Sie Ihren Stumpf richtig pflegen, wird Ihnen während der Rehabilitation gezeigt. Damit die Haut nicht rau und schuppig wird, sollten Sie den Stumpf morgens und abends mit warmem Wasser und einer milden Seife (z. B. Derma Clean) waschen. Anschließend trocknen Sie die Haut gut ab oder tupfen sie sorgfältig trocken und cremen sie ein. Derma Repair und Derma Prevent sind zwei Produkte von Ottobock, die speziell für die Pflege von Stümpfen und stark belasteter Haut entwickelt wurden. Derma Prevent beugt beispielsweise einem Wundscheuern vor, indem sie die Haut wie ein Schutzfilm umhüllt und auf diese Weise weich und geschmeidig hält. Derma Prevent wird in der Regel in Kombination mit dem Liner verwendet und wird deswegen direkt vor dem Anziehen der Prothese benötigt. Derma Repair lindert die Folgen stark beanspruchter Haut und wappnet sie vor schädigenden Einflüssen von außen. Derma Repair wird in der Regel abends nach dem Ablegen der Prothese verwendet. Beachten Sie auch, dass das Anlegen einer Prothese morgens – gleich nach dem Waschen – häufig schwieriger ist als sonst, da warmes Wasser die Haut des Stumpfs etwas aufquellen lässt.

Neben der Pflege Ihres Stumpfs sollte auch Ihre Prothese jeden Tag gereinigt werden. Hier wird Ihr Orthopädietechniker Ihnen beratend zur Seite stehen. Wenn Sie den Innenschaft mit einem feuchten Tuch auswischen, können Schweißreste und Hautpartikel entfernt werden. Durch eine saubere Kontaktfläche zur Haut vermeiden Sie Hautirritationen. Sollten Sie einen Liner tragen, so pflegen Sie auch diesen bitte täglich gemäß der Bedienungsanleitung.

Hilfe bei Stumpfproblemen

Sollten sich am Stumpf Hautfalten oder eingezogene Narben gebildet haben, müssen diese besonders intensiv gepflegt werden, um Infektionen zu verhindern. Lassen Sie sich diesbezüglich von Ihrem Rehabilitationsteam beraten. Achten Sie während der Stumpfpflege außerdem auf Hautverletzungen, Druckstellen und Hautblasen. Diese müssen unter Umständen ärztlich behandelt werden. Ein Spiegel kann Ihnen dabei helfen, auch die Rückseite Ihres Stumpfs zu betrachten. Regelmäßiges Massieren und vorsichtiges Dehnen der Narbe ist ein weiterer wichtiger Baustein der Stumpfpflege und der Desensibilisierung der empfindlichen Stumpfhaut.

Pflege des erhaltenen Beines

Nach der Amputation ist Ihr Stumpf noch wenig belastbar. Dadurch wird das erhaltene Bein automatisch stärker beansprucht – seine Gesundheit und Unversehrtheit sind jedoch sehr wichtig, damit Sie wieder mobil werden.

Achten Sie bei Durchblutungsstörungen auch bei Ihrem erhaltenen Bein auf kleine Verletzungen. Bei einer Infektion können diese gefährlich werden und sollten daher sofort ärztlich behandelt werden. Viele Betroffene lassen sich bei der Fußpflege, z.B. dem Zehennägel schneiden, von einem ausgebildeten Fußpfleger helfen. Mit bequemem und gut sitzendem Schuhwerk entlasten Sie Ihr erhaltenen Beins. Vielleicht wird man Ihnen auch zu Einlagen raten. Neben der Schuhwahl ist die Wahl der Strümpfe ebenfalls wichtig: Strümpfe sollten aus Wolle oder Baumwolle bestehen, damit sie den Fußschweiß gut aufsaugen. Ein zu enger Bund kann die Durchblutung stören. Strümpfe müssen faltenfrei sitzen und sollten nur einen Tag lang getragen werden. Sonst bilden sich durch Schwitzen Salzablagerungen, die die Haut aufreiben und zu Infektionen führen können. Bei Durchblutungsstörungen ist es auch wichtig, dass Sie sich nicht barfuß auf einen Rollstuhl umsetzen. Sie sollten auch nicht barfuß stehen oder gehen – das Verletzungsrisiko ist zu hoch. Und wenn Sie im Bett liegen, können Sie Ferse und Knöchel des erhaltenen Beins gepolstert lagern, um Druckstellen zu vermeiden.



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