Erste Mobilisierung

Bleiben Sie beweglich

Schon während der Heilung Ihres Stumpfes können Sie sich mit gezielten Übungen auf den Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik vorbereiten. Sprechen Sie Ihren Arzt oder Ihren Physiotherapeuten an und lassen Sie sich ein paar wichtige Dinge zeigen: die richtige Lagerung im Bett, damit sich die Muskeln und das stumpfnahe Gelenk nicht verkürzen oder versteifen, eine regelmäßige Atemgymnastik sowie leichte Bewegungs- und Mobilisationsübungen, die auch zur Stabilisierung des Herz-Kreislaufsystems dienen. Durch diese Maßnahmen tragen Sie dazu bei, dass Sie schnell und problemlos mit einer Prothese versorgt werden können, um mobil und aktiv zu bleiben.


Richtige Lagerung des Stumpfes

Gleich nach der Operation fällt es Ihnen sicherlich schwer, für längere Zeit ruhig zu liegen. Auch können Sie sich vermutlich noch nicht selbstständig im Bett umdrehen. Lassen Sie sich deshalb mehrmals am Tag vom Pflegepersonal beim Umlagern helfen. Diese Lagewechsel sind wichtig, denn so sorgen Sie für eine möglichst schmerzfreie Position und verhindern zudem, dass Sie sich wund liegen.

Zudem ist die richtige Lagerung Ihres Stumpfes wichtig. Wenn Sie auf dem Rücken liegen, sollte Ihr Stumpf nicht mit Kissen unterlegt werden. Lassen Sie den Stumpf im Rollstuhl oder auf dem Bett sitzend auch nicht nach unten hängen. Dadurch könnte sich die Beweglichkeit Ihres Stumpfes reduzieren und diese eingeschränkte Beweglichkeit des Stumpfes führt später dazu, dass Sie Ihre Prothese nicht richtig führen können. Durch die richtige Lagerung mit gestrecktem Gelenk – sofern Ihnen das möglich ist – vermeiden Sie sogenannte Kontraktionen, also Muskelverkürzungen.

Mobilisation gegen Muskelkontrakturen nach Amputation

Dehnübungen gegen Muskelkontrakturen nach Amputation


Bewegungsübungen

Damit Ihr Körper auf die weiteren Behandlungsschritte bestens vorbereitet ist und Sie beweglich bleiben, sind Übungen zur Stärkung der Rumpf-, Arm- und Beinmuskulatur dringend zu empfehlen. Welche Übungen geeignet sind, sollten Sie mit ihrem Arzt oder Therapeuten besprechen. Die Übungen können mit leichten Gewichten und Thera-bändern sowohl im Liegen als auch im Sitzen oder Stehen durchgeführt werden. Dabei sollte auch der Stumpf in die Übungen mit einbezogen werden. Durch diese Bewegungsübungen verhindern Sie, dass Muskeln und Gelenke steif werden. Machen Sie sich auch mit Bewegungsabläufen vertraut, die mit dem amputierten Bein zunächst ungewohnt sind. Ihr Physiotherapeut sollte Ihnen alle Übungen zeigen und kontrollieren, ob Sie sie richtig durchführen. Er kann Sie beraten, welche Übungen für Sie zum jeweiligen Zeitpunkt die richtigen sind.

Mobilitätstraining

Etwas später können Sie Ihre Mobilität trainieren. Anfangs fällt es Ihnen wahrscheinlich noch schwer, sich selbstständig im Bett aufzusetzen und sich in einen Rollstuhl umzusetzen. Mit etwas Übung werden Sie dies aber bald beherrschen. Auch hier sollte Ihr Physiotherapeut Sie genau anleiten. Oft sind am Bett auch Bänder oder Griffe angebracht, die Sie zu Hilfe nehmen können. Bald werden Sie auch das erste Mal aufstehen. Dabei fehlt jedoch das gewohnte Gegengewicht des amputierten Körperteils, so dass Sie auf anfängliche Gleichgewichtsprobleme gefasst sein sollten. Nach einer Beinamputation können anfangs auch ein Gehgestell oder Gehhilfen helfen, das Gleichgewicht zu halten.



Weiterführende Themen