Ihre Rechte als Patient

Krankengeld und die Übernahme von Kosten für ein Medizinprodukt – wir empfehlen Ihnen, Hilfen wie diese wahrzunehmen. Ihre wichtigsten Rechte fasst an dieser Stelle Ralf Müller für Sie zusammen. Er ist Fachanwalt für Medizinrecht sowie Sozialrecht und unter anderem Lehrbeauftragter an der Bundesfachschule für Orthopädietechnik.


Lebensunterhalt

Es gibt mehrere sogenannte Lohnersatzleistungen, die Sie in Anspruch nehmen können. Zunächst erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse Krankengeld, solange Sie noch arbeitsunfähig sind. Krankengeld wird 78 Wochen gezahlt. Danach werden Sie ausgesteuert, das bedeutet, Sie werden von einem höheren in ein niedrigeres Unterstützungssystem herabgestuft. Stellt sich heraus, dass Sie voraussichtlich nicht mehr arbeitsfähig werden, so kann es Sinn machen, beim Rathaus einen Rentenantrag zu stellen. Die Krankenkasse kann Sie auch dazu anhalten, dies zu tun. Ihnen wird dann eine Rente wegen Erwerbsminderung gezahlt. Die Höhe hängt von Ihrem Beitragskonto bei der Rentenversicherung ab.

Schwerbehindertenausweis

Je nach Schwere der Krankheitsfolgen können Sie den Status eines Schwerbehinderten erreichen. Den Antrag stellen Sie bei der in Ihrem Bundesland zuständigen Stelle. Häufig sind das die Gemeinden oder Kreise. Der Grad der Behinderung wird von 30 % bis 100 % festgelegt. Zudem gibt es Merkzeichen wie G (Gehbehinderung), aG (außergewöhnliche Gehbehinderung), B (Begleitperson) und H (Hilflos). Der Schwerbehindertenausweis und die Merkzeichen verschaffen Ihnen Vorteile u. a. beim Kündigungsschutz, bei der Kfz-Steuer und der Beförderung im öffentlichen Personennahverkehr.

Krankenbehandlung, Rehabilitation, Hilfsmittelversorgung

Ihre Krankenkasse zahlt nicht nur den Krankenhausaufenthalt, sondern überdies die Kosten für eine notwendige Anschlussheilbehandlung (Rehabilitation). Diese kann je nach Bedarf ambulant oder stationär durchgeführt werden. Soll eine berufliche Wiedereingliederung stattfinden, so übernimmt die Kosten hierfür die Rentenversicherung oder das Arbeitsamt. Diese führen eine sogenannte Arbeitserprobung durch, um festzustellen wie leistungsfähig Sie noch sind. Die Hilfsmittelversorgung übernimmt die Kranken- oder Pflegeversicherung. Den Antrag stellen Sie am besten über Ihr Sanitätshaus. Durch medizinische Hilfsmittel soll Ihnen ein möglichst selbstständiges Alltagsleben ermöglicht werden.

Rechtsweg bei Ablehnung

Die Krankenkasse hat grundsätzlich binnen drei Wochen nach Antragseingang eine Entscheidung zu treffen. Ansonsten gilt die Leistung als genehmigt. Lehnt ein Kostenträger einen Versorgungsantrag ab, so können Sie dagegen Widerspruch einlegen. Ein Widerspruchsausschuss entscheidet dann nochmals über Ihr Anliegen. Lehnt auch der Ausschuss ab, können Sie gegen die Ablehnung vor dem Sozialgericht kostenfrei Klage einreichen.


„Nach einem Schlaganfall stehen die Rehabilitation und Ihre Gesundheit im Mittelpunkt."

Ralf Müller, Rechtsanwalt