Mikroprozessorgeregeltes Kniegelenk Genium

Ein Meilenstein der Prothetik

Das Genium steuert natürliches Gehen intuitiv

Das mikroprozessorgeregelte Kniegelenk Genium unterstützt den natürlichen Bewegungsablauf bis ins Detail - und das, ohne dass der Träger das Gelenk bewusst steuern muss. Alles geschieht in Echtzeit, situationsunabhängig und sogar vorausschauend. Möglich macht das neueste Computer-, Sensor- und Regeltechnik. Damit reagiert das Genium intelligent auf unterschiedlichste Situationen des Alltags. Zum ersten Mal gelingt es, mit diesem Beinprothesensystem den physiologischen Gang nahezu naturgetreu nachzubilden.

Gyroskop, Beschleunigungssensor und Winkelsensor

Das Gyroskop und der Beschleunigungssensor ermöglichen es, Lage und Beschleunigung des Genium im Raum zu bestimmen. Ein Winkelsensor ermittelt den Beugewinkel und die Beugewinkelgeschwindigkeit des Gelenks.

AXON Rohradapter

Sensoren im Rohradapter messen das Knöchelmoment und die vertikale Kraft, die auf das Gelenk wirkt. Die Sensordaten tragen dazu bei, einen natürlichen Bewegungsablauf zu ermöglichen.

Kniemomentsensor

Der Kniemomentsensor liefert wichtige Informationen zur genauen Bestimmung der Kräfte, die auf die Prothese wirken.

Hydraulik Zylinder

Der Hydraulik-Zylinder steuert das Genium. Durch ihn werden die Bewegungswiderstände für die Stand- und Schwungphase erzeugt.

Induktives Laden

Das induktive Ladegerät haftet magnetisch auf der Rückseite des Kniegelenks – einfaches Laden durch Kleidungs- oder den Kosmetikstoff ist damit möglich.

Carbonrahmen

Um den vielfältigen Belastungen des Alltags standzuhalten, besteht der Rahmen aus Carbon, einem besonders hochwertigen und leichten Material.

Akku und Elektronik

Akku und Elektronik sind beim Genium vom Rahmen umschlossen und dadurch geschützt. Der integrierte Mikroprozessor koordiniert alle Mess- und Regelprozesse.



Vorteile auf einen Blick

Treppensteigen im Wechselschritt

Mit der Treppenfunktion des Genium können Sie Treppen im Wechselschritt steigen. Aufwärts, aber auch abwärts in einem fließenden Bewegungsablauf.

Hindernisse überwinden

Bordsteinkanten, Hindernisse oder andere alltägliche Stolperfallen können in einer natürlichen Bewegung und mit erhöhter Sicherheit gemeistert werden.

Stehen auch auf Schrägen

Das Genium erkennt, wann Bewegung notwendig ist und wann in Ruhe belastet werden soll – sogar auf Schrägen oder unebenem Untergrund. Sie stehen natürlich und sicherer.

Rückwärts gehen

Beim Rückwärtsgehen oder bei plötzlichen Ausfallschritten bietet die OPG Funktion (Optimiertes physiologisches Gehen) erhöhte Sicherheit.

Optimierte Schwungphase

Kleine, große, langsame, schnelle oder unregelmäßige Schritte – das Genium passt sich selbst unterschiedlichen Schuhgewichten und Kleidung an.

Lange Akkudauer

Die Akkudauer des Genium beträgt bis zu fünf Tage. Das Gelenk kann einfach und schnell selbst durch Kleidung hindurch aufgeladen werden.

Funktionsweise

Ob beim gemütlichen Stadtbummel oder schnellen Schrittes zum Bus – die bestmögliche Art des Gehens ist die Natürliche, Physiologische. Genau diesen Gang können Sie mit dem Genium fast identisch nachbilden, Phase für Phase. Egal auf welchem Untergrund, egal in welcher Geschwindigkeit. Beim Genium haben wir diese Technik unter dem Begriff Optimiertes Physiologisches Gehen (OPG) zusammengefasst. Es schont den kompletten Bewegungsapparat, erhöht den Tragekomfort und führt zu spürbar mehr Barrierefreiheit im Alltag.

  • PreFlex
    Das Kniegelenk ist beim Kontakt der Ferse mit dem Boden - wie beim natürlichen Bein - bereits vorgebeugt. Das wird automatisch elektronisch gesteuert. Sie benötigen weniger Kraft, um einen Schritt einzuleiten, da der Prothesenfuß schneller einen vollflächigen Kontakt mit dem Boden hat.
  • Adaptive Yieldingkontrolle
    Die intelligente Regulierung der Kniebeugung beim vollflächigen Auftritt mit dem Prothesenfuß auf den Boden, abhängig von den Kräften, die auf die Prothese wirken. Sie können Steigungen, Unebenheiten und Neigungen sicherer bewältigen, Sie müssen Ihre Prothese weniger kontrollieren und nutzen sie intuitiv. Durch die Beugung wird der Auftritt des Fußes zudem abgedämpft, was Ausgleichsbewegungen verringert und dadurch auch orthopädische Folgeschäden deutlich reduziert.
  • Dynamische Stabilitätskontrolle
    Hierbei handelt es sich um eine innovative und patentierte Methode zur Überwachung aller Bewegungssituationen. Sechs unterschiedliche Parameter werden permanent erfasst, um den optimalen Schaltpunkt zwischen Stand- und Schwungphase zu definieren. Für Sie bedeutet das eine erhöhte Sicherheit unter anderem beim Rückwärtsgehen oder bei Ausfallschritten.
  • Adaptive Schwungphasenkontrolle
    Die Qualität der Schwungphase ist beim Genium vergleichbar mit dem natürlichen Vorbild. Die Pendelbewegung des Unterschenkels ist präzise auf 65° Beugung begrenzt, unabhängig von der Gehgeschwindigkeit. Die vergrößerte Bodenfreiheit minimiert das Stolperrisiko und die Gefahr von Stürzen. Selbst auf Schrägen gewährleistet die neigungsunabhängige Schwungphase ausreichend Bodenfreiheit. Es gibt keine Begrenzung der Schrittvarianz, egal ob es kleine oder große Schritte sind, Sie schnell, langsam oder unregelmäßig gehen. Das System passt sich sogar intelligent der jeweiligen Schuhsohle und der Kleidung an.

Prothesentraining

Eine Prothese ist nur so gut, wie der Träger mit ihr umgehen kann! Das Genium ist ein innovatives Kniegelenk, das Ihnen zahlreiche Funktionen bietet. Diese Funktionen müssen jedoch erlernt und insbesondere zu Beginn trainiert werden. Nur so können Sie die Funktionalität des Genium voll ausschöpfen.

Ottobock hat mit dem „Genium Gehtraining“ eine Gehschule entwickelt, die Therapeuten, Techniker und Anwender detailliert anleitet, wie sie ein effizientes Gehtraining durchführen. Verdeutlicht wird das Ganze anhand anschaulicher Videos. Trainiert werden beispielsweise Rückwärtsgehen, Treppabgehen und das Überwinden von Schrägen, die Genium Stehfunktion, Sitzen mit dem Genium, Treppensteigen im Wechselschritt und vieles mehr. Zahlreiche Übungen sind so ausgewählt, dass sie frühzeitig Sicherheit und Vertrauen im Umgang mit dem Genium geben.

Ideale Prothesenkomponenten

Triton

Die Prothesenfüße der Triton-Produktfamilie eignen sich für aktive Anwender. Sie bestehen aus einem Verbund von flexiblen Carbonfedern. Diese Konstruktion wirkt als flexible Einheit und ermöglicht ein besonders geschmeidiges Abrollverhalten. Trotz der Beweglichkeit des Systems bieten die Triton Füße ein hohes Maß an Stabilität, beim Gehen aber insbesondere auch beim Stehen. Des Weiteren sichert der spezielle Aufbau des Fußes einen kraftvollen Übergang in die Schwungphase und eine sehr variable Schrittlänge. Der geteilte Vorfußbereich gibt dabei die nötige Kontrolle auf unebenen Untergründen und bei schnellen Richtungswechseln. Der Triton ist damit den Anforderungen eines aktiven Lebens bestens gewachsen. Er bietet durch seine exzellente Dynamik und Flexibilität ein breites Anwendungsspektrum, vom Alltag bis hin zum Freizeitsport.

Triton Vertical Shock

Der Triton Vertical Shock besitzt eine zusätzliche Stoßdämpfung. Er passt sich unebenen Untergründen (z.B. Kopfsteinpflaster) sehr gut an. Die Kräfte, die während des Gehens auf den Stumpf wirken, werden so reduziert und der Anwender spürbar entlastet.

Triton Low Profile

Mit dem Triton Low Profile steht die exzellente Funktionalität des Triton auch Anwendern zur Verfügung, die für die Anbringung des Prothesenfußes nur einen begrenzten Einbauraum besitzen.

Triton Heavy Duty

Der Triton Heavy Duty ist besonders robust und belastbar. Dafür sorgt ein Adapter aus Titan. Korrosionsbeständige Metallteile machen den Fuß zudem wasserresistent.

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Information für Anwender

In dieser Broschüre erfahren Sie alles über das Genium Beinprothesensystem der nächsten Generation.

FAQ

  • Wer kann das Genium tragen?

    Das Genium ist für Oberschenkelamputierte geeignet, die aktiv sind und sich gerne bewegen. Es ist bis zu einem Körpergewicht von 150 kg zugelassen. Ihr Orthopädietechniker wird Sie detailliert darüber beraten, ob das Genium auch für Sie geeignet ist.

  • Wer passt ein Genium an?

    Das Genium wird ausschließlich von zertifizierten Sanitätshäusern angepasst, die an speziellen Schulungen teilgenommen haben und die Erfahrungen mit der Versorgung des Genium besitzen.

  • Kann ich das Genium einfach mal testen?

    Ja, eine Probeversorgung ist bei vielen zertifizierten Sanitätshäusern möglich. Sprechen Sie einfach Ihren Orthopädietechniker an. Die Testversorgung läuft über einen bestimmten Zeitraum und wird bei Bedarf von Ottobock begleitet.

  • Wie lange dauert es, bis ich mit einem Genium umgehen kann?

    Das ist unterschiedlich. Viele Träger können bereits am ersten Tag mit dem Genium alternierend eine Treppe steigen. Es kann allerdings auch mehrere Tage bis Wochen dauern, das ist individuell unterschiedlich, da jeder andere Voraussetzungen mitbringt.

  • Was gehört alles zu einer prothetischen Versorgung mit dem Genium?

    Eine Versorgung mit dem Genium umfasst alle Bauteile, vom passenden Fuß bis hin zum Kniegelenksystem, einschließlich des Schaftes, den der Orthopädietechniker individuell anpasst. Montage und Eistellungen des Systems gehören natürlich auch dazu, ebenso regelmäßige Serviceinspektionen.

  • Wie lange hält der Akku des Genium?

    Das intelligente Energiemanagement im Genium ermöglicht bei einem vollständig aufgeladenen Gelenk eine Akkulaufzeit von bis zu 5 Tagen. Wir empfehlen jedoch, das Kniegelenk täglich über Nacht aufzuladen.

  • Was passiert, wenn der Akku leer ist?

    Wenn die Akkuladung zu niedrig wird, werden Sie rechtzeitig durch Vibrationsmeldungen gewarnt. Fällt der Strom aus, schaltet das Genium automatisch in einen Sicherheitsmodus um.

  • Kann ich mit dem Genium duschen oder schwimmen?

    Nein, dafür gibt es speziell für diesen Bereich ausgelegte Prothesensysteme wie die Aqualine von Ottobock. Das Genium ist allerdings spritzwasserbeständig und damit für unterschiedliche Situationen des Alltags bestens ausgerüstet.

  • Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten für ein Genium?

    Es gibt ein Gerichtsurteil des Bundessozialgerichts das besagt, dass ein möglichst optimaler Ausgleich der Behinderung stattfinden muss. Vor diesem Hintergrund gibt es inzwischen zahlreiche Urteile zugunsten von Prothesenträgern, die mit einem Genium versorgt sind.


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