Tübinger Hüftbeugeschiene

Sichere Nachreifung der Hüfte Ihres Babys

Hüftstellung wie im Mutterleib

Wenn bei Ihrem Baby eine sogenannte Hüftdysplasie, eine Reifeverzögerung im Bereich der Hüftgelenkpfanne festgestellt wurde, wird Ihr Arzt Sie über geeignete Behandlungsmethoden und den Behandlungszeitraum aufklären.

Die Tübinger Hüftbeugeschiene nach Prof. Dr. Bernau schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass das Hüftgelenk Ihres Kindes vollständig und unproblematisch nachreift. Die günstigste Hüfteinstellung zur Nachreifung ist dabei die sogenannte „Hocksitzstellung“. Es ist dieselbe Stellung, die das Kind vor der Geburt im Mutterleib eingenommen hat. Durch die Schiene werden die Hüftgelenke Ihres Babys in einem Winkel von über 90° gebeugt und leicht gespreizt. Auch wenn Ihnen das im ersten Moment ungewohnt erscheint, handelt es sich dabei nur um eine Verlängerung der vorgeburtlichen Phase. So können die Hüften Ihres Babys unter den gleichen, günstigen Bedingungen wie im Mutterleib nachreifen.

Perlenschnüre

Die Perlenschnüre sind farbig markiert. Dies dient der Orientierung, damit Sie die einmal festgelegte Einstellung leicht wiederfinden können.

Einstell- und Schließbereiche

Sie können die Schiene leicht an- und ablegen. Die roten Verschlüsse werden nicht durch Sie, sondern ausschließlich von Ihrem Arzt oder dem beauftragten Orthopädietechniker eingestellt.

Oberschenkelschale mit Spreizsteg

Die Hüfte des Kindes wird durch den Spreizsteg und die Verbindung von Oberschenkelschale mit der Schulterspange in der gewünschten Sitzhockstellung positioniert. So kann sie nachreifen.

Gepolsterte Schulterspange

Die Schulterspange ist angenehm gepolstert und durch den Klettverschluss leicht anzulegen.



Vorteile auf einen Blick

Bewegungsfreiheit für Ihr Kind

Sie möchten selbstverständlich, dass sich Ihr Kind ganz normal bewegen und strampeln kann. Es soll seinen Körper kennenlernen und die Welt mit Neugierde entdecken. Die Tübinger Hüftbeugeschiene schränkt die Bewegungsfreiheit Ihres Kindes nicht ein. Seine generelle motorische Entwicklung, wenn es beispielsweise lernt sich zu drehen, wird im Vergleich zu anderen Kindern nicht verzögert.

Natürliche Körperhaltung

Die Natur ist das beste Vorbild zur Behandlung einer Hüftdysplasie. Die Sitzhockstellung mit angewinkelten Beinchen, in der Ihr Baby mit der Tübinger Hüftbeugeschiene positioniert wird, ist die natürliche Körperhaltung, die Ihr Baby auch im Mutterleib einnimmt. In dieser Position kann die Hüfte Ihres Kindes also unter den gleichen guten Bedingungen wie im Mutterleib nachreifen.

Leichte Handhabung

Ihr Arzt passt die Tübinger Hüftbeugeschiene an und erklärt Ihnen ganz genau den Umgang mit der Orthese. Sie werden schon nach kurzer Zeit im An- und Ablegen der Schiene geübt sein, denn Sie brauchen nur den Klettverschluss und die weißen Verschlüsse zu betätigen.

Schnelle Eingewöhnung

Viele Eltern sorgen sich, dass sich ihr Kind mit der Schiene nicht wohl fühlt. Sie werden jedoch sehen, wie schnell sich Ihr Kind daran gewöhnt. Nach einer kurzen Eingewöhnung wird es sie gar nicht mehr wahrnehmen. Weiche Polster und flauschiges Klett sorgen zudem für ein angenehmes Gefühl. Sollte sich Ihr Baby dauerhaft gegen die Schiene wehren, sollte sie natürlich vom Arzt kontrolliert werden.

Sichere Behandlung

Die Tübinger Hüftbeugeschiene wird seit 25 Jahren eingesetzt. Sie ist in Deutschland mit Abstand die von Ärzten am häufigsten verwendete Orthese mit einer sehr hohen, belegten Wirksamkeit. Bis heute sind mehr als 250.000 Säuglinge erfolgreich mit ihr behandelt worden.

Dem Alltag gewachsen

Schlafen, Autofahren im Maxi Cosi oder im Kindersitz, liegen in der Babyschale oder zum Babyschwimmen ins Schwimmbad: Bei all diesen Aktivitäten kann Ihr Kind die Orthese problemlos tragen. Sie ist so konzipiert, dass Sie sie nicht extra ablegen müssen.

Krankheitsbild und Behandlung

Diagnose Hüftdysplasie

Unter einer angeborenen Hüftdysplasie versteht man eine Reifeverzögerung im Bereich der Hüftgelenkpfanne. Das Dach der Hüftpfanne ist dabei unvollständig verknöchert bzw. zu flach ausgebildet und der Gelenkkopf des Oberschenkelknochens daher nicht ausreichend eingebettet. Wenn die Hüfte nicht vollständig nachreift, kann es zu dauerhaften Schäden kommen.

Ursache für eine Hüftdysplasie kann zu wenig Platz im Mutterleib sein, aber auch Fruchtwassermangel oder eine Beckenendlage.

Grundsätzlich gilt bei der Diagnose: Je eher die Therapie beginnt, desto besser, denn die Entwicklung der optimalen anatomischen Verhältnisse lässt sich in den ersten Lebenswochen am besten beeinflussen. Aus diesem Grund gibt es in Deutschland die Verpflichtung, in den Routineuntersuchungen U1 bis U10 regelmäßig auch die Hüften zu kontrollieren. Durch eine Ultraschalluntersuchung kann die Hüftentwicklung sicher erkannt und bewertet werden.

Eine angeborene Hüftdysplasie ist weltweit verbreitet. In Deutschland geht man davon aus, dass zwischen 4 und 5 Prozent aller Neugeborenen davon betroffen sind. Das bedeutet, dass ca. 25.000 bis 30.000 Neugeborene pro Jahr mit einer Hüftdysplasie auf die Welt kommen. Mädchen sind dabei 5 bis 7 Mal häufiger betroffen als Jungen.


Die Behandlung

Mit einer Hüft-Ultraschalluntersuchung (auch Sonografie genannt) kann der Entwicklungsstand bzw. Reifegrad der Hüfte bestimmt werden. Zur Therapie einer Hüftdysplasie verwenden Ärzte in Deutschland die Tübinger Hüftbeugeschiene mit Abstand am häufigsten. Sie hat sich seit mehr als 25 Jahren in der Praxis und Therapie bewährt.

Mit der Tübinger Hüftbeugeschiene wird die Hüfte Ihres Babys über 90° gebeugt und die Beinchen befinden sich in einer abgespreizten Position von je ca. 30 bis 45°. Die Dauer der Therapie und der Ablauf werden von Ihrem Arzt bestimmt. Je nach Alter und Reifegrad wird die Schiene 12 bis 16 Wochen getragen. Durch regelmäßige Ultraschalluntersuchungen (alle 3 bis 4 Wochen) wird die positive Entwicklung der Hüfte beobachtet und sichergestellt. So kann Ihr Arzt entscheiden, ob und wann die Schiene nachgestellt wird. Hat die Hüfte Ihres Kindes normale Werte erreicht, wird die Tragedauer – in der Regel ab der 6. und 8. Woche - reduziert. Dann muss Ihr Baby die Schiene meist nur noch nachts über einen Zeitraum von 12 Stunden tragen.

In einer Abschlussuntersuchung wird eine Röntgenaufnahme erstellt, ein Jahr später sollte in jedem Fall noch einmal eine Vergleichsuntersuchung stattfinden.

Indikation

Hüftdysplasie bei Kindern bis zu 12 Monaten ohne Instabilität – Hüften des Typs IIa, IIb, IIc stabil nach Graf

Downloads

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Information für Eltern

Die Information gibt Eltern Aufschluss über das Anlegen der Orthese. Im Posterformat werden wichtige Elemente der Orthese dargestellt sowie die einzelnen Anlegeschritte aufgezeigt. Es werden zudem nützliche Hinweise und Pflegetipps gegeben.

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Verordnerfächer Bandagen und Orthesen

Hier finden Sie alle Ottobock Produkte aus den Bereichen Bandagen und Orthesen.

FAQ


Die dargestellten Produkte zeigen Versorgungsbeispiele und eine Auswahl der Produkte von Ottobock. Ob ein Produkt für Sie tatsächlich geeignet ist und ob Sie in der Lage sein werden, die Funktionalität eines Produktes voll auszuschöpfen, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Entscheidend sind unter anderem Ihre körperliche Verfassung, Ihre Fitness und eine detaillierte ärztliche Untersuchung. Lassen Sie sich von Ihrem Sanitätsfachhandel über Behandlung, Kontraindikationen und mögliche Risiken aufklären. Bitte lesen Sie die Produktinformation und Gebrauchsanweisung.