06.02.2015

Patientenveranstaltung „Mobil nach Schlaganfall“

Patienten sind keine Bittsteller

Die optimale Versorgung mit Hilfsmitteln erfordert immer eine individuelle Beratung und Anpassung. Und: Patienten sind keine Bittsteller, sondern Versicherte mit einem Anrecht auf optimale Versorgung. So ließe sich das Ergebnis einer Patientenveranstaltung der Deutschen Schlaganfalll-Hilfe gemeinsam mit Ottobock in Berlin zusammenfassen. Sie stieß auf reges Interesse.

Mobilität macht frei. Sie wirkt sich auf die Qualität verschiedener Lebensbereiche aus: Bewegung allgemein, Selbstständigkeit, soziales Leben und Zugang zu Dienstleistungen, wie Einkaufen oder ein Arztbesuch. Laut Umfragen steht die Bedeutung von Mobilität im Vergleich zu anderen Lebensbereichen ‒ hinter Familie, Wohnen, Freunde/Bekannte ‒ an vierter Stelle.

Was aber, wenn nach einem Schlaganfall die Mobilität eingeschränkt ist oder ganz verloren geht? Wie komme ich an das passende Hilfsmittel? Was kann ich von einer Beratung im Sanitätshaus erwarten und wie läuft diese ab? Wie reagiere ich bei einer Ablehnung von Hilfsmitteln durch die Krankenkasse?

Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich die Referenten der Patientenveranstaltung. Stefan Stricker arbeitet im Stiftungsbereich „Rehabilitation und Nachsorge“. Er wies auf die Angebote der Deutschen Schlaganfall-Hilfe hin, die zur Verbesserung der Mobilität beitragen. Dazu zählen die Selbsthilfe, der Rehasport, Informationsveranstaltungen sowie Beratung. Dr. Thorsten Böing von Ottobock ist Experte auf dem Gebiet der Neurorehabilitation. Er machte den Patienten Mut, Hilfsmittel zu beantragen und hob hervor, dass ein Hilfsmittel zum Patienten passen muss und nicht umgekehrt. Ein Kriterium sei nicht die maximale, sondern die optimale Versorgung. Arne Törber vom Berliner Sanitätshaus Hempel ist Orthopädietechniker. Er berichtete über den Ablauf einer professionellen Beratung und präsentierte ein Praxisbeispiel aus der Orthetik.

Die anschließende Fragerunde wurde von den Besuchern intensiv genutzt. So viele Fragen hätte TV-Moderatorin Birte Karalus nicht erwartet. Besonderes Interesse bestand an Neuroimplantaten, häufig auch als Muskelschrittmacher bezeichnet. Häufige Folge eines Schlaganfalls ist die Fußheberschwäche, durch die Patienten nicht mehr sicher gehen können. Aus Angst vor Stürzen verlassen viele Betroffene immer seltener das Haus und vereinsamen. Moderne Neuroimplantate können vielen Patienten helfen.

Weitere Informationen und Kontakte zum Thema „Mobilität nach Schlaganfall“ sind erhältlich bei Christina Habig, Projektmanagerin Rehabilitation/Nachsorge, E-Mail: Christina.Habig@schlaganfall-hilfe.de, Tel.: 05241 9770-43.