Spina bifida ist ein angeborener Defekt des Nervensystems. In Mitteleuropa kommt etwa eines von 1.000 Kindern mit einem offenen Rücken zur Welt. Die betroffenen Säuglinge haben bei der Geburt meist über dem unteren Teil der Wirbelsäule eine offene, sich vorwölbende Stelle. Das Rückenmark ist in diesem Bereich nicht in den Wirbelkanal eingebettet und tritt nach außen. Je nach Form und Ausmaß der Spina bifida können unterschiedliche Symptome auftreten. Probleme beim Gehen sind ebenso möglich wie Querschnittslähmungen. Oft kommt es auch zu einer Aufstauung des Hirnwassers (Hydrocephalus).
Die Aufrichtung des Körpers wirkt sich bei der Spina bifida positiv auf die gesamte geistige und körperliche Entwicklung aus. Folgeschäden, die durch Fehlhaltungen entstehen können, wird vorgebeugt. Die Kinder können aktiver am Leben teilnehmen und sich neue Bewegungsräume erschließen.
Folsäure kann Spina bifida vorbeugen
Neugeborene mit Spina bifida müssen unmittelbar nach der Geburt operiert werden. Um eine lebensbedrohliche Infektion zu verhindern, verschließen die Ärzte den offenen Rücken. Die Schädigung des Rückenmarks lässt sich jedoch nicht rückgängig machen. Warum es überhaupt zu diesem Defekt kommt, ist bislang nicht bekannt. Wissenschaftlich erwiesen ist aber, dass ein Folsäuremangel in der frühen Schwangerschaft das Risiko für Spina bifida erhöht. Frauen mit Kinderwunsch sollten deshalb nach Absprache mit dem behandelnden Arzt frühzeitig Folsäure einnehmen.