Von der Eisernen Hand zur Hightech-Prothese

Sonderausstellung „Hand_Werk“ im Science Center Medizintechnik – vom 16. Juni bis 3. Oktober 2011

Die Eiserne Hand von Götz von Berlichingen aus dem 16. Jahrhundert neben der Highend Michelangelo Hand aus dem Hause Otto Bock.

Wie Forschung und Entwicklung die Zukunft von Menschen gestalten, ist im Science Center Medizintechnik am Potsdamer Platz ständiges Thema. Seit der Eröffnung im Juni 2009 haben 270.000 Besucher faszinierende Entdeckungen an den multimedialen Stationen gemacht und ihr Wissen in der kostenlos zugänglichen Dauerausstellung erweitert.

Die Sonderausstellung „Hand_Werk“ wirft ab dem 16. Juni 2011 einmal den Blick 500 Jahre zurück und präsentiert verblüffende Meilensteine der Entstehungsgeschichte künstlicher Hände. Sie zeigt das Ergebnis einer langen technischen und handwerklichen Evolution.


Den Anfang macht Götz von Berlichingen im 16. Jahrhundert mit seiner berühmten Eisernen Hand. Von ihr ist ein Nachbau zu sehen, der auf Grundlage historischer Bauzeichnungen gefertigt wurde. Die Prothese bestand aus mehr als 200 Teilen, war beweglich und stellte damit für ihre Zeit ein wahres Wunderwerk dar.

Der Berliner Chirurg Ferdinand Sauerbruch eröffnete durch seine Art der Verbindung von Mensch und Technik ein ganz neues Kapitel der Geschichte. Mit hoch komplizierten Armoperationen gelang es ihm im frühen 20. Jahrhundert, seine Patienten zu befähigen, ihre Handprothese mit Muskelkraft zu steuern. Die Vision, künstliche Körperteile willkürlich zu bewegen, war damit Wirklichkeit geworden.

Als aktuelle Highend-Version ist die Michelangelo Hand aus dem Hause Otto Bock zu sehen. Erstmals können sich Prothesenträger im Alltag wie mit einer natürlichen Hand zwischen unterschiedlichen Greifarten entscheiden. 

Die Ausstellung zeigt, wie der Abstand zwischen natürlichem Vorbild und technischer Nachahmung immer geringer geworden ist. Die Faszination der menschlichen Hand ist mit jeder neuen Erkenntnis über ihre Funktionalität gewachsen.

Bis zum 3. Oktober 2011 ist „Hand_Werk“ im Science Center Medizintechnik zu sehen. Die Ausstellung ist geöffnet Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.


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